Geopolitische Konflikte wie der Iran-Krieg oder die Turbulenzen auf dem Energiemarkt stellen die deutsche Wirtschaft immer wieder vor enorme Herausforderungen und belasten sie immer stärker. Das zeigen die Erhebungen des 28. Restrukturierungsbarometers.
Für das Jahr 2026 wurde eigentlich eine wirtschaftliche Erholung in Deutschland erwartet. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizierten Wachstumsraten des Bruttoinlandsprodukts von 0,8 bis 1,5 Prozent. Die Realität sieht jedoch anders aus: Zunehmende geopolitische Spannungen, insbesondere durch den Krieg im Nahen Osten und die daraus resultierenden gestiegenen Energiepreise, haben die Hoffnungen auf eine ökonomische Erholung im Keim erstickt.
Diese Entwicklungen wirken sich direkt auf Restrukturierungsfälle in Deutschland aus und stehen daher im Zentrum des von Struktur Management Partner und FINANCE veröffentlichten 28. Restrukturierungsbarometers. Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: 73 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass sich globale Krisenherde stark bis sehr stark auf Restrukturierungen in Deutschland auswirken. Besonders gefährdet ist aus ihrer Sicht die Automobilbranche.
Als größte Herausforderung nennen 56 Prozent weiterhin den Ukraine-Krieg. Zugleich gewinnt der Iran-Konflikt mit 17 Prozent deutlich an Bedeutung. Infolge der geopolitischen Spannungen steigen Energie- und Rohstoffkosten weiter an. Für 71 Prozent der Befragten stellen sie die größte Belastung für die von ihnen betreuten Unternehmen dar.
Entsprechend verhalten fallen die Konjunkturerwartungen aus: Mehr als die Hälfte der Restrukturierungsexperten rechnet mit einem weiteren Jahr der Stagnation. Eine spürbare wirtschaftliche Erholung erwarten 54 Prozent erst ab dem Jahr 2028.
„In einzelnen Branchen haben die derzeitigen geopolitischen Spannungen deutlichen Einfluss auf Restrukturierungsfälle in Deutschland.“
— Aus: 28. Restrukturierungsbarometer, FINANCE 2026
Die vollständigen Umfrageergebnisse des 28. Restrukturierungsbarometer finden Sie hier.