2026 würde die Wende bringen, davon waren die meisten Ökonomen lange überzeugt. Die Konjunktur würde endlich wieder anziehen, allein schon wegen der staatlichen Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung.
Doch dann ließen die erhofften Reformen der Politik (Gesundheitssystem, Rente, Steuer) auf sich warten. Und es kam – der Irankrieg.
Ob der IWF, die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute oder der Sachverständigenrat der Bundesregierung (die „Fünf Weisen“): Sie alle strichen in den vergangenen Wochen ihre einst optimistischen Prognosen für 2026 zusammen.
Inzwischen erwarten viele Ökonomen für Deutschland nur noch ein Wachstum von gut einem halben Prozent. Die Zahl der Unternehmen, die angesichts hoher Energiepreise oder viel Bürokratie ihr Heil im Ausland suchen, Stellen streichen oder gleich ganz den Betrieb einstellen, wächst.
Allein 2025 registrierten die deutschen Amtsgerichte rund 24.000 beantragte Unternehmensinsolvenzen – ein neuerliches Plus von 10,3 Prozent, nachdem diese Zahl bereits 2024 und 2023 jeweils um mehr als 20 Prozent gestiegen war.
Die Entwicklung der Wirtschaft hierzulande ist bedenklich, denn Deutschland hat bereits viele schwierige Jahre hinter sich. Ein Aufschwung wäre dringend nötig.
In seinem Buch „Absturz“ schreibt der Ökonom und Publizist Dr. Daniel Stelter, Deutschland durchlebe die „längste Stagnationsphase der Nachkriegsgeschichte“. Es habe inzwischen sechs Jahre wirtschaftlichen Stillstands hinter sich.
Aber Moment – sechs Jahre? Wirklich? Gab es nach der Pandemie nicht ein Comeback der Wirtschaft?
Schauen wir einmal näher hin: Noch 2018 stieg das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt um 1,1 Prozent, 2019 um genau ein Prozent. Keine Wunderzahlen, aber immerhin.
2020 beschert die Pandemie der deutschen Wirtschaft dann einen Einbruch um mehr als vier Prozent. Diesen konnte sie zwar schon im Jahr darauf fast komplett kompensieren, gefolgt von einem Anstieg um 1,8 Prozent im Jahr 2022.
Doch dann kamen zwei Jahre Rezession (-0,9 Prozent, -0,5 Prozent) sowie 2025 magere 0,2 Prozent Wachstum. Es braucht nur simple Mathematik, um zu sehen, dass die Summe der vergangenen Jahre eine „schwarze Null“ der anderen Art ist.
Daniel Stelter hat leider schlicht Recht, wenn er in seinem Buch schreibt: