Restrukturierung als Transformationshebel

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Restrukturierung muss nicht erst dann beginnen, wenn ein Unternehmen bereits tief in der Krise steckt. In diesem Artikel für das changement-Magazin zeigen Marc-René Faerber, Philippe Haslanger und Johannes Winklhofer, Vorstand der iwis Gruppe am Beispiel des Automobilzulieferers wie duale Restrukturierung gezielt genutzt werden kann, um bestehende Strukturen zu stabilisieren und gleichzeitig die strategische Erneuerung voranzutreiben.

Kerngeschäft sichern, Zukunftsfelder aufbauen

Weg vom Verbrenner und hin zur E-Mobilität: Ein gravierender Wandel, der besonders Automobilzulieferer wie iwis vor enorme Herausforderungen stellt. Statt ausschließlich auf neue Geschäftsfelder zu setzen, verfolgte das Familienunternehmen einen zweigleisigen Ansatz. Im etablierten Geschäft mit Steuertriebssystemen stärkte iwis seine Marktposition und sicherte damit eine stabile wirtschaftliche Basis. Parallel investierte das Unternehmen in neue Wachstumsfelder rund um E-Mobilität und Energietechnik.

Diese Balance zwischen Stabilität und Veränderung ist ein wesentlicher Bestandteil der dualen Restrukturierung. Sie verbindet operative Maßnahmen mit einer langfristigen strategischen Perspektive und schafft so die Voraussetzungen dafür, Transformation auch in anspruchsvollen Marktphasen konsequent voranzutreiben.

 

Bei der dualen Restrukturierung wird die strategische Erneuerung schon in Angriff genommen, während die operative Restrukturierung noch im vollen Gange ist.

Konsequente Entscheidungen schaffen Handlungsspielraum

Zur ganzen Transformation-Wahrheit gehört aber auch, kritisch zu hinterfragen, ob der eingeschlagene Weg noch in die richtige Richtung führt. Als sich eine neu aufgebaute Sparte für Kunststoffbauteile dauerhaft nicht wirtschaftlich entwickelte, handelte iwis konsequent. 
Der Automobilzulieferer analysierte gemeinsam mit externer Unterstützung schonungslos die Situation und entschied sich dann für den geordneten Rückzug aus diesem Geschäft.

Entscheidend für den erfolgreichen Prozess waren dabei nicht nur finanzielle Maßnahmen. Frühzeitiges Erkennen von Veränderungen, klare Entscheidungen und ein stabiles operatives Management sorgten dafür, dass die übrigen Unternehmensbereiche handlungsfähig blieben. Gleichzeitig half eine transparente und faire Kommunikation gegenüber Mitarbeitenden und weiteren Stakeholdern dabei, Vertrauen und Unternehmenskultur auch in einer schwierigen Phase zu bewahren.

Fazit: Das Beispiel der iwis Gruppe zeigt, dass Restrukturierung und Transformation nicht grundsätzlich als Gegensätze gesehen zu verstehen sind. Vielmehr kann die Restrukturierung auch als Voraussetzung für eine Transformation funktionieren. Richtig miteinander verzahnt, können Restrukturierung und Transformation bestehende Stärke sichern, notwendige Korrekturen ermöglichen und gleichzeitig den Weg für neue Geschäftsfelder öffnen.