„Erst messen, dann supplementieren.“
Nahrungsergänzung ist längst Alltag geworden, doch kaum ein Thema ist so undurchsichtig und voll von widersprüchlichen Empfehlungen. Viele greifen daher zu Vitaminen und Co., ohne überhaupt zu wissen, ob ein Mangel vorliegt. Zwischen Social Media Trends, Marketingversprechen und vermeintlichen Wundermitteln entsteht schnell ein gefährlicher Blindflug. Doch was braucht der Körper wirklich – und was ist schlicht überflüssig oder sogar riskant?
„Die Gefahr von Social Media ist die algorithmische Verstärkung von Bullshit.“
Prof. Dr. Martin Smollich ist Ernährungsmediziner und Pharmakologe und beschäftigt sich wissenschaftlich genau mit diesen Fragen. Im Gespräch mit Georgiy Michailov erklärt er, warum Diagnostik der erste Schritt sein muss, weshalb das „große Blutbild“ oft missverstanden wird und wie man relevante von irrelevanten Werten unterscheidet. Er beschreibt die größten Mythen rund um Supplements, den Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität, unterschätzte Risiken wie Jodmangel, sowie den Einfluss von Social Media auf Gesundheitsentscheidungen. Aktuelle Hypes wie Kreatin, NMN oder Methylenblau werden kritisch beleuchtet – immer mit dem Fokus auf evidenzbasierte Medizin statt schnellen Versprechen.