„Vertrauen reduziert Transaktionskosten.“
Misstrauen ist teuer. Je weniger Vertrauen in Unternehmen, Institutionen und Gesellschaft vorhanden ist, desto mehr Regeln und Kontrollen entstehen. Dadurch werden Entscheidungen langsamer, Prozesse komplizierter und die Zusammenarbeit schlicht ineffizienter. Statt Verantwortung dominieren Absicherung und Bürokratie. Doch genau darin liegt ein oft unterschätzter Zusammenhang: Vertrauen ist kein weicher Faktor, sondern ein zentraler wirtschaftlicher Hebel. Denn überall dort, wo Menschen vertrauensvoll zusammenarbeiten, sinken Kontrollaufwand sowie Abstimmungskosten erheblich.
„Die schlechteste Situation ist, wenn jemand ständig kontrolliert, denn das zerstört wirklich Vertrauen.“
Prof. Dr. Matthias Sutter zählt zu den renommiertesten Verhaltensökonomen Europas und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit den Mechanismen von Kooperation, Vertrauen und sozialem Verhalten. Im Gespräch mit Georgiy Michailov erklärt er, warum Vertrauen wirtschaftlich messbare Vorteile schafft und weshalb Überregulierung häufig Ausdruck von Führungsschwäche ist. Außerdem spricht Sutter über konditionelle Kooperation, den Einfluss von Reziprozität auf Teams, direkte Demokratie, soziale Dilemmata und die Frage, warum kooperative Menschen langfristig erfolgreicher sind.