SMP LeaderTalks

#148 | Macht des Vertrauens

SMP LeaderTalks

3. Juni 2026

Georgiy Michailov trifft Prof. Dr. Matthias Sutter

Über Kooperation, Führung und die Ökonomie des Vertrauens.

1 h 04 Min

„Vertrauen reduziert Transaktionskosten.“

Misstrauen ist teuer. Je weniger Vertrauen in Unternehmen, Institutionen und Gesellschaft vorhanden ist, desto mehr Regeln und Kontrollen entstehen. Dadurch werden Entscheidungen langsamer, Prozesse komplizierter und die Zusammenarbeit schlicht ineffizienter. Statt Verantwortung dominieren Absicherung und Bürokratie. Doch genau darin liegt ein oft unterschätzter Zusammenhang: Vertrauen ist kein weicher Faktor, sondern ein zentraler wirtschaftlicher Hebel. Denn überall dort, wo Menschen vertrauensvoll zusammenarbeiten, sinken Kontrollaufwand sowie Abstimmungskosten erheblich.

„Die schlechteste Situation ist, wenn jemand ständig kontrolliert, denn das zerstört wirklich Vertrauen.“

Prof. Dr. Matthias Sutter zählt zu den renommiertesten Verhaltensökonomen Europas und beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit den Mechanismen von Kooperation, Vertrauen und sozialem Verhalten. Im Gespräch mit Georgiy Michailov erklärt er, warum Vertrauen wirtschaftlich messbare Vorteile schafft und weshalb Überregulierung häufig Ausdruck von Führungsschwäche ist. Außerdem spricht Sutter über konditionelle Kooperation, den Einfluss von Reziprozität auf Teams, direkte Demokratie, soziale Dilemmata und die Frage, warum kooperative Menschen langfristig erfolgreicher sind.

Zur Person

Prof. Dr. Matthias Sutter

Prof. Dr. Matthias Sutter beschäftigt sich seit Jahren wissenschaftlich mit der Frage, warum Menschen kooperieren, Vertrauen aufbauen – oder genau daran scheitern. Er ist einer der renommiertesten Verhaltensökonomen Europas, lehrt an der Universität zu Köln und am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern und untersucht in seiner Forschung, wie Entscheidungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft tatsächlich getroffen werden. Mit seinem aktuellen Buch „Gemeinsam stark", das er gemeinsam mit Martin G. Kocher verfasst hat, zeigt er, warum Vertrauen kein idealistisches Konzept, sondern ein messbarer Erfolgsfaktor für Zusammenarbeit, Führung und Innovation ist. Im Gespräch mit Georgiy Michailov erklärt Sutter, weshalb Kontrolle oft das Gegenteil bewirkt, wie Kooperation auch unter Konkurrenzdruck entstehen kann und warum erfolgreiche Organisationen langfristig auf Vertrauen angewiesen sind. Seine Forschung verbindet wissenschaftliche Präzision mit hoher Praxisrelevanz – und liefert konkrete Erkenntnisse darüber, wie Menschen besser zusammenarbeiten können.

Mehr zur Person

Gemeinsam stark. Kooperation und Vertrauen: Der Schlüssel zum Erfolg in Wirtschaft, Politik und Arbeitsleben

Vertrauen und Kooperation gelten oft als weiche Faktoren. Tatsächlich entscheiden sie aber maßgeblich über Erfolg oder Misserfolg in Wirtschaft, Politik und Arbeitsleben. Mit seinem aktuellen Buch zeigt Matthias Sutter, aus welchem Grund Menschen kooperieren, weshalb Vertrauen entsteht oder verloren geht und welche Bedingungen Zusammenarbeit nachhaltig stärken. Dabei verbindet einer der renommiertesten Verhaltensökonomen Europas wissenschaftliche Erkenntnisse mit anschaulichen Beispielen aus Unternehmen und Gesellschaft. Sutter erklärt, warum Kontrolle nicht automatisch bessere Ergebnisse liefert, weshalb Fairness wirtschaftlich messbare Vorteile schafft und wie Kooperation selbst unter Konkurrenzdruck funktionieren kann. Statt theoretischer Modelle liefert „Gemeinsam stark“ konkrete Denkanstöße und praxisnahe Erkenntnisse darüber, wie Vertrauen zur Grundlage erfolgreicher Zusammenarbeit wird.

Diese SMP LeaderTalks könnten Sie auch interessieren:

27. Mai 2026

SMP LeaderTalks

#147 | Führung: Was wirklich zählt - Georgiy Michailov trifft Prof. Dr. Wolfgang Jenewein

„Es gibt mehr schlechte Führungskräfte als gute Führungskräfte.“  

20. Mai 2026

SMP LeaderTalks

#146 | Erfolgsfaktor: Unsichtbare Gruppendynamik - Georgiy Michailov trifft Prof. Dr. Olaf Geramanis

„Gruppendynamik ist dieses unauflösbare Spannungsfeld zwischen Individuum und Gruppe.“