„Informationen werden erst durch Menschen zu Wissen.“
Künstliche Intelligenz schreibt Gedichte, analysiert Daten, erstellt Strategien. Wissen scheint jederzeit verfügbar, Antworten wirken plausibel, professionell, überzeugend. Doch was, wenn wir Information mit Wissen verwechseln? Wenn Effizienz zur Ideologie wird? Wenn wir beginnen, Maschinen nicht als Werkzeuge zu begreifen, sondern als Instanzen, denen wir blind folgen? Die spannende Frage lautet nicht, was KI kann. Sondern was wir verlernen, wenn wir aufhören, selbst zu denken.
„Maschinen erkennen Muster. Menschen erkennen Bedeutung.“
Wolf Lotter, Publizist und Vordenker der Wissensökonomie, ordnet die aktuelle KI-Debatte historisch und ökonomisch ein. Er unterscheidet zwischen Digitalisierung als Werkzeug und „Digitalismus“ als Ideologie. Für ihn ist KI keine Disruption, sondern die konsequente Fortsetzung der Automatisierung. Im Gespräch mit Georgiy Michailov geht es um das Produktivitätsparadoxon der Digitalisierung, um Homeoffice-Debatten, politische Reformunfähigkeit und warum Aufmerksamkeit zur Ware geworden ist.