„Diese Personenorientierung hat sich über die Jahrzehnte hartnäckig gehalten.“
Ob Steve Jobs oder der neue Trainer, der die gesamte Fußballmannschaft umkrempelt: Führungserfolg wird gern an einzelnen Persönlichkeiten festgemacht. Doch was, wenn genau das einer der hartnäckigsten Irrtümer der Führungsforschung ist? Wer trägt tatsächlich die Verantwortung, wenn Führung nicht als Charaktereigenschaft, sondern als Funktion verstanden wird?
„Wir gehen davon aus, dass Führung etwas ist, was in Organisationen als Funktion gebraucht wird.“
Prof. Dr. Rudolf Wimmer zählt zu den prägendsten Vordenkern der systemischen Organisationsberatung im deutschsprachigen Raum. Als Senior Partner von osb international und langjähriger Professor am Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) verbindet er wissenschaftliche Tiefe mit jahrzehntelanger Beratungspraxis. Im Gespräch mit Georgiy Michailov erklärt er, warum Führung eine Funktion und keine Persönlichkeitsfrage ist und weshalb sich Komplexität nicht auflösen, sondern nur gestalten lässt.