„Wenn Sie einen starken inneren Kritiker haben, dann wird er einen Grund haben.“
Es ist mitten in der Nacht, und im Kopf tobt ein Streit: Eine Stimme macht Vorwürfe, eine zweite kritisiert, dass man sich davon überhaupt stören lässt. Viele Menschen kennen dieses Gefühl, sich selbst im Weg zu stehen – als wäre man sich selbst der eigene Gegner. Woher kommen diese inneren Stimmen wirklich? Und ist es möglich, mit dem inneren Kritiker Frieden zu schließen, statt ihn immer nur temporär zum Schweigen zu bringen?
„Ich gehe nicht weg. Ich lass dich nicht allein. Ich bleib dabei.“
Antworten darauf liefert Dagmar Kumbier, Diplom-Psychologin und Psychologische Psychotherapeutin, die das Modell des Inneren Teams von Friedemann Schulz von Thun für die Psychotherapie weiterentwickelt hat. Im Gespräch mit Georgiy Michailov erklärt sie, warum innere Kritiker, Wächter und verletzte Anteile eigentlich beschützen wollen, wie man auch nachts um drei Kontakt zu ihnen aufnehmen kann und warum echte Selbstführung nicht bedeutet, Zweifel und Angst ganz zu verlieren, sondern zu lernen, mit ihnen in Verbindung zu bleiben.