„Krieg ist ein Verlustgeschäft.“
Warum führen Staaten Kriege, obwohl dabei gigantische Summen vernichtet werden? Und warum endet ein Krieg nicht einfach, wenn seine Kosten immer weiter steigen? Hinter militärischen Konflikten stecken nicht nur Machtpolitik und Strategie, sondern auch ökonomische Zwänge. Besonders brisant wird es, wenn eine Kriegswirtschaft eine Eigendynamik entwickelt und Frieden plötzlich selbst zum wirtschaftlichen Risiko wird.
„In dem Moment, wo man eine Kriegswirtschaft startet, kommt man da nicht mehr einfach raus.“
Ulrike Herrmann betrachtet genau diese Mechanismen aus ökonomischer Perspektive. Die Wirtschaftsjournalistin und Autorin erklärt im Gespräch mit Georgiy Michailov, warum sie Russlands Krieg auch als Folge langfristiger wirtschaftlicher Probleme versteht und weshalb der Übergang zurück zur Friedenswirtschaft Inflation, Arbeitslosigkeit und politische Instabilität auslösen könnte. Dabei zeigt sie auch, warum Russland und China trotz autoritärer Strukturen wirtschaftlich völlig unterschiedliche Wege eingeschlagen haben. Darüber hinaus sprechen Georgiy Michailov und Ulrike Herrmann über Korruption als Machtinstrument, Chinas exportgetriebenes Wirtschaftsmodell und die Klimakrise.