SMP LeaderTalks

#167 | Ist Frieden zu teuer?

SMP LeaderTalks

14. Oktober 2026

Georgiy Michailov trifft Ulrike Herrmann

Über Kriegswirtschaft, Korruption als Waffe und Wachstumsursachen.

1h 19 Min

„Krieg ist ein Verlustgeschäft.“

Warum führen Staaten Kriege, obwohl dabei gigantische Summen vernichtet werden? Und warum endet ein Krieg nicht einfach, wenn seine Kosten immer weiter steigen? Hinter militärischen Konflikten stecken nicht nur Machtpolitik und Strategie, sondern auch ökonomische Zwänge. Besonders brisant wird es, wenn eine Kriegswirtschaft eine Eigendynamik entwickelt und Frieden plötzlich selbst zum wirtschaftlichen Risiko wird.

„In dem Moment, wo man eine Kriegswirtschaft startet, kommt man da nicht mehr einfach raus.“

Ulrike Herrmann betrachtet genau diese Mechanismen aus ökonomischer Perspektive. Die Wirtschaftsjournalistin und Autorin erklärt im Gespräch mit Georgiy Michailov, warum sie Russlands Krieg auch als Folge langfristiger wirtschaftlicher Probleme versteht und weshalb der Übergang zurück zur Friedenswirtschaft Inflation, Arbeitslosigkeit und politische Instabilität auslösen könnte. Dabei zeigt sie auch, warum Russland und China trotz autoritärer Strukturen wirtschaftlich völlig unterschiedliche Wege eingeschlagen haben. Darüber hinaus sprechen Georgiy Michailov und Ulrike Herrmann über Korruption als Machtinstrument, Chinas exportgetriebenes Wirtschaftsmodell und die Klimakrise. 

Zur Person

Ulrike Herrmann

Ulrike Herrmann ist eine deutsche Wirtschaftsjournalistin, Publizistin und Autorin. Die 1964 in Hamburg geborene Journalistin absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Bankkauffrau und studierte anschließend Geschichte und Philosophie an der Freien Universität Berlin. Seit 2000 ist sie bei der taz tätig, unter anderem als Wirtschaftskorrespondentin. Ihre Schwerpunkte liegen auf Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsgeschichte sowie den Zusammenhängen zwischen Kapitalismus, gesellschaftlicher Ungleichheit und Klimaschutz. Als Autorin zahlreicher Sachbücher ordnet sie wirtschaftliche Entwicklungen historisch ein und beschäftigt sich insbesondere mit der Funktionsweise des Kapitalismus, wirtschaftlichen Krisen und den Auswirkungen des Klimawandels auf Wirtschaft und Wohlstand.

Zur Person

Geld als Waffe

In ihrem Buch „Geld als Waffe“ untersucht Ulrike Herrmann, welche Rolle wirtschaftliche Faktoren bei der Entstehung von Kriegen und der Sicherung von Frieden spielen. Anhand von Russland zeigt sie, wie ökonomische Entwicklungen internationale Konflikte begünstigen können. Zugleich analysiert sie Chinas Aufstieg zur Supermacht und die wirtschaftlichen Herausforderungen des Landes unter Präsident Xi. Herrmann macht deutlich, wie eng Wirtschaft und Geopolitik miteinander verbunden sind und welche Bedeutung ökonomische Interessen für die Politik der Supermächte haben. Gleichzeitig richtet sie den Blick auf Europa und die Frage, was wir tun können, um angesichts einer sich verändernden Weltordnung den Frieden langfristig zu sichern.

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