„Von dem Preis, den wir im Laden bezahlen, landen nur zwei Prozent bei den Menschen, die die Dinge herstellen.“
Ein T-Shirt für drei Euro und Wohnaccessoires für unter zwei Euro: Wie kann das sein? Carl Tillessen kennt die Antwort – und sie hat wenig mit den Fabriken in Fernost zu tun und viel mit uns selbst. Warum verlieren wir beim Griff zum Billigprodukt so schnell das schlechte Gewissen, das wir eigentlich verspüren?
„Ich stelle in meinem Buch die These auf, dass unser Konsum suchtartige Züge angenommen hat.“
Carl Tillessen, Trendforscher und Geschäftsführer des Deutschen Mode-Instituts (DMI), hat mit seinem Buch „Konsum. Warum wir kaufen, was wir nicht brauchen“ die eigene Branche schonungslos seziert. Im Gespräch mit Georgiy Michailov erklärt er, warum unser Gehirn beim Ein-Euro-Artikel den Preisschmerz komplett ausschaltet, wie der Lockdown unsere Beziehung zu Besitz verändert hat und weshalb der wirksamere Hebel für nachhaltigeren Konsum nicht der Preis, sondern der soziale Druck ist.