SMP LeaderTalks

#165| Trotz Rollstuhl ins All

SMP LeaderTalks

30. September 2026

Georgiy Michailov trifft Michaela Benthaus

Über Grenzen im Kopf, Resilienz und große Träume.

1h 08 Min

„Nicht jede Grenze lässt sich überwinden, aber viele davon.“

Was ist wirklich unmöglich und was halten wir nur dafür? Ein schwerer Unfall verändert das eigene Leben innerhalb von Sekunden. Plötzlich gelten andere Regeln, vertraute Fähigkeiten verschwinden und die eigene Identität gerät ins Wanken. Doch Grenzen entstehen nicht nur durch äußere Umstände. Manche existieren vor allem in unserem Kopf. Entscheidend ist, wie wir mit ihnen umgehen und ob wir bereit sind, unsere Ziele trotzdem weiterzuverfolgen.

„Man muss diese großen Träume und Ziele haben und die möglichst hoch stecken.“

Michaela Benthaus ist Raumfahrtingenieurin und sitzt seit einem Mountainbike-Unfall im Rollstuhl. Ihren Traum vom Weltraum gab sie dennoch nicht auf. Über Mechatronik sowie Luft- und Raumfahrttechnik, einen Parabelflug und eine simulierte Raumfahrtmission führte ihr Weg schließlich zu Blue Origin: Als eine der ersten Menschen mit Behinderung erlebte sie den Blick auf die Erde aus dem All. Ihre Geschichte zeigt, was entstehen kann, wenn aus vermeintlich unrealistischen Zielen konkrete nächste Schritte werden. Mit Georgiy Michailov spricht Benthaus außerdem über Selbstvertrauen und das Impostor-Syndrom, den Identitätsverlust nach ihrem Unfall, über Zufälle und selbst geschaffene Chancen und Barrierefreiheit in der Raumfahrt.

Zur Person

Michaela Benthaus

Michaela Benthaus, geboren 1992 in Kiel, ist Raumfahrtingenieurin bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und engagiert sich für eine barrierefreie Raumfahrt. Seit einem schweren Mountainbike-Unfall 2018 ist sie querschnittsgelähmt. Ihren Traum vom All verfolgte sie dennoch konsequent weiter. 2022 erlebte Benthaus bei einem Parabelflug von AstroAccess erstmals Schwerelosigkeit. 2024 leitete sie als Commander eine analoge Astronautenmission. Im Dezember 2025 schrieb sie schließlich Raumfahrtgeschichte: Als erste Person im Rollstuhl flog sie bei einem Suborbitalflug ins All. Heute spricht sie regelmäßig über Raumfahrt, Inklusion und neue Perspektiven im Umgang mit persönlichen Grenzen.

Mehr zur Person

Zwischen Schwerkraft und Schwerelosigkeit

Wie weit lohnt es sich, für einen scheinbar unerreichbaren Traum zu gehen? Michaela Benthaus wollte ins All, obwohl seit einem schweren Mountainbike-Unfall vieles dagegen zu sprechen schien. Als Raumfahrtingenieurin und Commander analoger Weltraummissionen kannte sie die Raumfahrt, doch selbst ins All zu fliegen, war eine völlig andere Dimension. In ihrem neuen Buch „Zwischen Schwerkraft und Schwerelosigkeit“ erzählt Benthaus von ihrem außergewöhnlichen Weg und den Rückschlägen, die sie dabei überwinden musste. Es ist eine Geschichte über Mut, Resilienz und die Kraft großer Ziele und darüber, warum es sich lohnen kann, selbst dann weiterzumachen, wenn die Chancen denkbar klein erscheinen.

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