SMP LeaderTalks

#151 | Wie Deutschland seine Zukunft verspielt

SMP LeaderTalks

24. Juni 2026

Georgiy Michailov trifft Prof. Dr. Dr. Hans-Werner Sinn

Über die Krise des Rentensystems, die Energiewende und Chancen in der Vergangenheit.

36 Min

„Wenn eine Gesellschaft weder spart noch Kinder bekommt, muss sie im Alter hungern.“

Aktuell erleben wir zunehmend die dramatische Verschärfung eines Problems, das seit Jahrzehnten bekannt ist: Eine alternde Gesellschaft ohne ausreichenden Nachwuchs stellt das gesamte Rentensystem vor Schwierigkeiten. Die zentrale Frage lautet: Wie lange trägt ein Modell, das auf stetigem Wachstum und Umverteilung basiert?

„Man kann die Energieversorgung eines Industrielandes nicht allein auf Wind und Sonne basieren.“

Prof. Dr. Dr. Hans-Werner Sinn gehört zu den prägendsten Ökonomen Deutschlands und analysiert seit Jahrzehnten die strukturellen Schwächen westlicher Volkswirtschaften. Im Gespräch zeigt er, warum das Umlagesystem der Rente an seine Grenzen stößt, welche politischen Mechaniken notwendige Reformen verhindern und weshalb steigende Staatsverschuldung die Lasten nur weiter in die Zukunft verschiebt. Seine Perspektive verbindet ökonomische Theorie mit klaren, oft unbequemen Schlussfolgerungen und liefert damit Antworten auf die drängendsten Fragen unserer Zeit. Darüber hinaus geht es um die Grenzen grüner Energiepolitik und welche Chancen in der deutschen Vergangenheit liegen.

Zur Person

Prof. Dr. Dr. Hans-Werner Sinn

Prof. Dr. Dr. Hans-Werner Sinn zählt zu den renommiertesten Ökonomen Deutschlands und prägte über Jahrzehnte die wirtschaftspolitische Debatte. Als langjähriger Präsident des ifo Instituts in München und Professor für Nationalökonomie an der Ludwig-Maximilians-Universität verband er wissenschaftliche Exzellenz mit hoher öffentlicher Sichtbarkeit. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der Finanz-, Steuer- und Umweltökonomie sowie in Fragen der europäischen Integration. Mit zahlreichen Publikationen und als Berater von Politik und Institutionen hat er die wirtschaftspolitische Diskussion weit über Deutschland hinaus beeinflusst. Sinn ist zudem als Autor und gefragter Kommentator bekannt, der komplexe ökonomische Zusammenhänge verständlich einordnet und dabei regelmäßig auch unbequeme Positionen vertritt.

Mehr zur Person

Trump, Putin und die Vereinigten Staaten von Europa

Prof. Dr. Dr. Hans-Werner Sinn argumentiert in seinem Buch „Trump, Putin und die Vereinigten Staaten von Europa“, dass Europa sicherheits- und außenpolitisch eigenständiger werden muss, um auf neue geopolitische Risiken reagieren zu können. Bestehende Abhängigkeiten reichen dafür nicht mehr aus. Er plädiert für die Übertragung der nationalen Streitkräfte auf einen „Bund der Willigen“, der schrittweise durch föderale Strukturen demokratisch kontrolliert werden soll. Ziel ist dabei kein umfassender europäischer Bundesstaat unter Einbindung der EU, sondern eine handlungsfähige sicherheits- und verteidigungspolitische Kooperation, ohne die bestehenden Kompetenzen der Europäischen Union anzutasten. Zugleich sieht Sinn die heutigen Probleme als Folge früherer Fehlentwicklungen – insbesondere der Einführung der Währungsunion ohne ausreichende politische Abstimmung.

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